Die 5 häufigsten Barrieren einer Website
… und wie man sie erkennt und behebt.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026
Eine Webseite barrierefrei zu gestalten bedeutet, viele kleine Bausteine zu optimieren. Nur das Anpassen von Farben reicht nicht aus, auch wenn es ein guter erster Schritt ist. Um Ihre Drupal-Webseite rechtskonform anzupassen, gibt es einige Hauptbestandteile, die beachtet werden müssen – und das nicht nur bei der erstmaligen Verbesserung, sondern auch in Zukunft bei der Pflege neuer Inhalte.
In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über die häufigsten Barrieren, die verbessert werden müssen.
Aber zuerst, warum sollte meine Webseite barrierefrei sein?
Es gibt dafür drei gute Argumente. Das erste ist die rechtliche Absicherung: Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das die EU-Richtlinie European Accessibility Act (EAA) umsetzt und Barrierefreiheit im digitalen Raum vorschreibt. Welche Anforderungen konkret gelten, lesen Sie in unserem ausführlichen Beitrag zu barrierefreien Drupal-Anwendungen. Ob Sie selbst betroffen sind, erfahren Sie in Muss meine Website barrierefrei sein?
Neben der gesetzlichen Vorschrift gibt es weitere Vorteile:
- 94 % der großen E-Commerce-Seiten sind nicht barrierefrei (Baymard-Benchmark). Sie heben sich von Ihren Wettbewerbern ab, wenn Ihr Webshop barrierefrei gestaltet ist.
- Verbesserung der Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Viele Maßnahmen für Barrierefreiheit – semantisches HTML, klare Heading-Struktur, ALT-Texte, schnelle Performance – wirken direkt positiv auf das Ranking. Inklusion bedeutet erhöhte Reichweite, neue Nutzer und Kunden und damit höheren Umsatz.
- Niedrigere Bounce- und Exit-Rates. Nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren von den Anpassungen – alle Besucher gewinnen durch klarere Prozesse und Strukturen, was Konversion und Umsatz erhöht.
Die folgenden fünf Barrieren begegnen uns in Audits am häufigsten. Sie orientieren sich an den Kriterien der WCAG 2.2 sowie den Anforderungen des BFSG. Wer seine Website barrierefrei machen möchte, sollte daher sowohl technische als auch gestalterische Aspekte systematisch angehen.
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Die 5 häufigsten Barrieren
1. Alttexte für Bilder und Interaktionselemente
Schlechte oder fehlende Alt-Texte erschweren Screenreader-Nutzer:innen den Zugriff auf Inhalte. Gute Alt-Texte beschreiben Funktion und Inhalt präzise.
Tipps:
Beschreiben Sie informative Bilder kurz und kontextbezogen.
Dekorative Bilder: leerer Alt-Text (
alt=""), damit Screenreader sie überspringen.Bedienelemente: Funktion beschreiben, z. B. „Menü öffnen“, „Suche starten“ statt „Lupe“ oder „Icon.png“.
2. Tastatur-/Keyboard-Navigation
Fehlt eine logische Tab-Reihenfolge oder sichtbare Fokus-Zustände, werden zentrale Funktionen unzugänglich – insbesondere für Menschen, die keine Maus bedienen können oder Screenreader nutzen.
Tipps:
Alle interaktiven Elemente über Tab erreichbar machen.
Fokus deutlich sichtbar darstellen.
Bereiche überspringbar und logisch anordnen.
3. Farbkontraste
Zu geringe Kontraste erschweren Menschen mit Sehbeeinträchtigungen das Lesen und Erkennen von Buttons oder Hinweisen. Gute Kontraste sorgen dafür, dass Informationen unabhängig von Sehstärke, Displayqualität oder Umgebungslicht gut wahrnehmbar sind.
Tipps:
Text und wichtige Bedienelemente immer ausreichend kontrastreich gestalten.
Farbkontraste für Hintergrund und Text prüfen.
WCAG-Richtlinien beachten.
Viele dieser Barrieren stehen in direktem Zusammenhang mit den Anforderungen der WCAG 2.2 sowie dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Wer seine Website barrierefrei machen möchte, sollte daher sowohl technische als auch gestalterische Aspekte systematisch prüfen und priorisieren.
Blogartikel: Muss meine Website barrierefrei sein?
4. Barrierefreie Formulare und Fehlerbehandlung
Barrierefreie Formulare sind entscheidend, damit alle Nutzer Eingaben korrekt verstehen und abschicken können. Häufige Probleme entstehen, wenn Felder nicht klar beschriftet sind, Fehlermeldungen unverständlich sind oder Hinweise wie Pflichtfelder fehlen.
Tipps:
Alle Felder eindeutig labeln.
Pflichtfelder und Fehler klar darstellen.
Feedback sowohl visuell als auch für Screenreader bereitstellen.
Platzhaltertexte alleine genügen nicht.
5. Website-Struktur mit Headlines und Landmarks
Eine klare semantische Struktur verbessert Orientierung und Lesbarkeit für alle Nutzer:innen. Häufige Probleme treten auf, wenn Überschriften-Hierarchien übersprungen werden, falsch verschachtelt oder rein dekorativ eingesetzt werden. Das führt dazu, dass die Seite für Menschen mit assistiven Technologien unübersichtlich wird und wichtige Inhalte schwer oder gar nicht zugänglich sind.
Tipps:
Headlines hierarchisch (H1–H6) einsetzen.
Landmarks (
<header>,<nav>,<main>,<footer>) nutzen.Überschriften nicht dekorativ einsetzen.
Strukturierte Inhalte erleichtern Navigation mit Screenreadern.
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